Roter Taraflex-Boden, 16 Boxen im Dauereinsatz und Anfeuerungsrufe in zehn europäischen Sprachen: In der modernen Sportovní hala Krašovská im tschechischen Pilsen trafen sich Europas beste Nachwuchshoffnungen zu den JOOLA Europe Youth Series. Mittendrin im rot-weiß-roten Aufgebot unsere 12-jährige Lisa Gruber, die gemeinsam mit Mia Wu, Paula Schultschik und Miriam Kranzer für den ÖTTV antrat – vor Ort gecoacht vom Nationaltrainer-Trio Marie, Domenico und Marc.

Ein Schnappschuss mitten aus einem packenden Ballwechsel fängt Lisas Turnier perfekt ein. Mit der freien linken Hand formt sie im vollen Fokus ganz unbewusst das legendäre „Rock-’n’-Roll-Zeichen“ – eine Momentaufnahme voller Entschlossenheit, Energie und purer Spielfreude.
Positives Fazit im U13-Feld
Für Lisa war Pilsen keineswegs Neuland; sie bringt bereits wertvolle Erfahrung von früheren ETTU-Turnieren mit. Doch die Leistungsdichte in Tschechien war enorm hoch. Das Turnierprogramm verlangte den Mädchen alles ab. Vom intensiven Teambewerb ging es bei bis zu fünf Partien am Tag nahtlos in die Einzelkonkurrenzen. Lisa fand sofort ihren Rhythmus, agierte mutig und hielt von der ersten Minute an voll dagegen.
Dass die reine K.-o.-Platzierung oft stark vom Auslosungsglück abhängt, zeigt die genauere Analyse. Im stark besetzten Feld von 45 U13-Mädchen aus ganz Europa erspielte sich Lisa eine positive Bilanz von 7 Siegen bei 6 Niederlagen und sicherte sich damit einen soliden Platz im europäischen Mittelfeld (Rang 26).
Die Kunst der Nervenstärke – Was Pilsen lehrte
Wie eng die Duelle auf internationalem Parkett beisammen liegen, demonstrierte das Turnier eindrucksvoll. Während die Schweizerin Enya Hu mit bemerkenswerter mentaler Ruhe nach 0:2-Rückstand sogar Doppel-Gold in U13 und U15 holte, lieferte sich auch Lisa packende Fights auf Augenhöhe.
Vor allem an den offiziellen ETTU.tv-Livestream-Tischen – vor laufenden Kameras, digitalem Schiedsrichter-Pult und dichter Hallenkulisse – war der Puls spürbar höher. In dramatischen Fünfsatz-Partien gegen starke internationale Konkurrenz fehlten teils nur zwei Bälle bei 10:12 im Entscheidungssatz. Genau hier liegt der größte sportliche Lerneffekt dieses Wochenendes – zu verinnerlichen, wie man den Schlägerarm auch bei 9:9 und unter Beobachtung locker und entschlossen durchschwingt.
Mit 17 intensiven Matches im Gepäck, klaren Erkenntnissen der ÖTTV-Coaches und der Gewissheit, dass die Schläge für Europas Niveau absolut da sind, geht es zurück an die Trainingsplatte. Pilsen hat gerockt – und wichtige Bausteine für die nächsten Turniere geliefert!
[Bericht: Attila Balaz]

